Entwicklungsprozess der Flächen zwischen Tibarg und Garstedter Weg

Rahmenplan für die Entwicklung zwischen Tibarg und Grastedter Weg

In zentraler Lage am Tibarg zwischen Tibarg 34 (ehem. Anna-Warburg-Schule) und dem Garstedter Weg wird im Rahmen einer städtebaulichen Neuordnung und baulichen Entwicklung das neue Herz von Niendorf entstehen. Hintergrund der Neuentwicklung ist die Aufgabe des Standortes der Anna-Warburg-Schule zum Ende des Schuljahres 2016 sowie die geringe städtebauliche Dichte und der anstehende Sanierungsbedarf der vorhandenen Bebauung auf der Fläche.

Für eine Neugestaltung der Fläche ist der aktuell geltende Bebauungsplan Niendorf 73 – zuletzt geändert im Jahr 1988 – planungsrechtlich anzupassen. Für eine ganzheitliche Betrachtung werden das Kundenzentrum und das ehemalige Ortsamt, der Parkplatz, die Marktfläche, das Grundstück der Lippert´schen Villa sowie die Grünflächen entlang des Garstedter Wegs in die städtebauliche Planung einbezogen.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung rund um die zukünftige Gestaltung der Flächen lud der Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel am 18. April 2017 alle Interessierten ein, sich im Rahmen der öffentlichen Plandiskussion über die Inhalte des Bebauungsplanentwurfs  Niendorf 92 zu informieren und anschließend mit den anwesenden Fachleuten des Bezirksamtes Eimsbüttel zu diskutieren.

Die Öffentliche Plandiskussion ist ein Instrument der im § 3 des Baugesetzbuchs vorgeschriebenen frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung. Sie steht am Anfang des Bebauungsplanverfahrens. Die Öffentliche Plandi

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skussion dient der Information über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung, unterschiedliche Lösungsansätze und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung.

Darüber hinaus gibt sie Betroffenen und an der Planung Interessierten Gelegenheit, zu den Entwürfen Stellung zu nehmen und eigene Vorstellungen vorzutragen.

Wie geht es weiter?

Die Auswertung der öffentlichen Plandiskussion wird in einer der nächsten Sitzungen des Stadtplanungsausschusses stattfinden. Die Tagesordnung des Stadtplanungsausschusses ist unter www.hamburg.de/stadtplanung-eimsbuettel einsehbar. Auf der Grundlage dieser Auswertung wird ein Bebauungsplan-Entwurf mit Gesetzestext und Begründung erstellt. Der Entwurf wird mit allen Behörden und den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt. Im Anschluss erfolgt die öffentliche Auslegung für die Dauer eines Monats. Alle Bürgerinnen und Bürger haben hier die Möglichkeit Stellungnahmen einzureichen, woraufhin diese wieder geprüft und mit dem Stadtplanungsausschuss sowie den Fachbehörden beraten und abgewogen werden. Mit der Feststellung des neuen B-Plans durch den Bezirksamtsleiter ist frühestens Ende 2018 zu rechnen.

Weitere Informationen zum Bebauungsplanverfahren erhalten Sie hier: Niendorf 92 ÖPD Infoblatt.

Rückblick bisheriger Prozess:

In einem gemeinsamen Diskurs mit allen Beteiligten ist ein erstes städtebauliches Konzept erarbeitet worden, das die grobe Nutzungseinteilung der Fläche vorgibt. Für eine Wohnnutzung ist die Fläche aufgrund der direkten Nähe zum Flughafen nur eingeschränkt möglich, so dass im Fokus der Entwicklung eine nachhaltige Stärkung der vorhandenen Funktionen wie Handel und Dienstleistungen und die Versorgung der Niendorfer mit gastronomischen und kulturellen Angeboten steht.

Die Schüler einer 11. Klasse des Gymnasiums Bondenwald haben im Rahmen eines Workshops sechs thematisch unterschiedliche städtebauliche Modelle entwickelt. Ihre Anregungen und Wünsche für die künftige Entwicklung der Fläche fließen als Ideengeber in die Planungen ein.

Um sich mit den Akteuren vor Ort über Stärken und Schwächen des Stadtteils und mögliche Handlungsansätze auszutauschen, wurden unter anderem mit der Arbeitsgemeinschaft Tibarg e.V. und Vertretern des Lenkungsausschusses des BID Tibarg II Interviews geführt. Hier konnten die Institutionen ihre Wünsche und Anliegen in den Prozess einbringen und bereits im Vorwege mögliche Kernkonflikte aufdecken sowie übereinstimmende Interessen ermittelt werden. Wichtige Themen bzw. Ziele in den Gesprächen mit den Akteuren vor Ort sind unter anderem:

  • Lebendige Orte und das kulturelle Angebot ausbauen und stärken
  • Mehr Gastronomie für den Tibarg
  • Anschluss des Plangebietes an den Tibarg
  • Mehr Parkraumangebot und zugleich weniger Autos sichtbar im Gebiet
  • Wochenmarkt schöner und effizienter gestalten
  • Aufenthaltsqualität mit mehr Grünflächen schaffen

Am 24. Mai 2016 haben die Niendorfer bei einem öffentlichen Planungsworkshop ihre Nutzungsvorschläge sowie die städtebaulichen Belange mit anderen Interessierten diskutiert. Zu den Themen Nutzungen, Erschließung & ruhender Verkehr, Wochenmarkt und Freiraum & Aufenthaltsqualität sind viele Anregungen gesammelt und Diskussionen geführt worden.

Die planenden Büros ELBBERG und luchterhand haben nach den verschiedenen Beteiligungsformaten zwei Varianten eines städtebaulichen Konzepts erarbeitet und gemeinsam mit der Verwaltung eine zusammenführende dritte Variante als Rahmenplan festgelegt.

Eckpunkte Variante 1

  • Große Fläche für den Wochenmarkt
  • Verkehrliche Erschließung als Ring über die Straße Zum Markt und den Garstedter Weg
  • Abbruch der Tiefgarage und Bau einer neuen Quartiersgarage
  • Zwei Baufelder mit rd. 3.500 m² und 3.100 m² Fläche

Eckpunkte Variante 2

  • Große Fläche für den Wochenmarkt
  • Verkehrliche Erschließung bleibt bestehen
  • Erweiterung der bestehenden Tiefgarage
  • Ein großes Baufeld mit rd. 5.700 m² Fläche und einer weiteren kleinen Fläche im südlichen Bereich

Das Konzept der zusammenführenden Variante sieht im nördlichen Bereich zwei Baufelder für eine vier- bis fünf-geschossige Bebauung vor, die über eine neu entstehende Querstraße vom Garstedter Weg erschlossen wird und gleichzeitig als „Lärmbarriere“ für das bestehende Quartier fungiert. Um eine konkurrierende Parallellage zur Fußgängerzone Tibarg zu vermeiden, sind in diesem Bereich vordergründig Büros und Wohnungen vorgesehen.

Die zum Tibarg orientierten Pavillons werden um einen weiteren Neubau ergänzt. An dieser Stelle gilt es den Tibarg als Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort zu stärken und Flächen für neue Ladengeschäfte zu schaffen.

Die Wochenmarktfläche bildet das Kernstück des Entwurfs. Größtes Ziel ist es, den Wochenmarkt besser zur Fußgängerzone zu öffnen und die Lauflage für die Kunden des Wochenmarktes besser zu organisieren.

Im Bereich der Lippert´schen Villa wird es entlang des Garstedter Weges eine gestaltete Grünfläche geben, die die bestehenden Bäume konzeptionell einschließt.

Das städtebauliche Konzept geht nun in die Abstimmung in den verschiedenen Gremien. Das Verfahren zur Änderung des geltenden Bebauungsplans Niendorf 73 soll nach derzeitigem Planungsstand im Herbst oder Winter dieses Jahres in Angriff genommen werden.

Die ausführliche Dokumentation der öffentlichen Planungswerkstatt vom 24.05.2016 können Sie hier nachlesen:

Dokumentation Planungswerkstatt Entwicklungsprozess Tibarg

 

 

 

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